Klimaschule Bayern und Bildung für nachhaltige Entwicklung
Die Klimaschule Bayern setzt Bildung für nachhaltige Entwicklung exemplarisch am Thema Klimaschutz um und verbindet dabei die drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung in konkreten Handlungsprozessen: ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und ökonomische Tragfähigkeit. Dabei orientiert sich das Programm an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und macht diese im schulischen Alltag durch formales und non-formales Lernen und konkrete Projekte sichtbar und handlungsleitend.
- Klimaschutz als Handlungsfokus der Klimaschule Bayern
- Erstellen einer schulischen CO2-Bilanz mit dem Ziel der Reduktion schulischer Emissionen
- Festschreiben von konkreten Klimaschutz-maßnahmen im Klimaschutzplan der Schule
- Impulse zur Klimabildung im Unterricht
- Nachhaltige Beschaffung im Schulkontext
- Einsparen von Energie und Kosten
- Nachhaltiges Konsumverhalten im privaten Bereich
- Reflexion von Kosten und Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen und deren langfristiger Wirkung
- Klimaschutz als Frage sozialer und globaler Gerechtigkeit
- Stärkung der Schülerpartizipation und Demokratiebildung
- Übernahme von Verantwortung
- Entwicklung von Kompetenzen wie Selbstwirksamkeit und Sozialkompetenz
Das Programm Klimaschule Bayern versteht Bildung für nachhaltige Entwicklung als integralen Bestandteil schulischer Bildungs- und Erziehungsarbeit. In Übereinstimmung mit der Empfehlung der Kultusministerkonferenz wird diese als Querschnittsaufgabe von Unterricht, Erziehung und Schulentwicklung definiert. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler auf die komplexen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung vorzubereiten und sie zu befähigen, informiert, reflektiert und verantwortungsvoll zu handeln. Das Programm „Klimaschule Bayern“ ist darüber hinaus ein Baustein der landesweiten BNE-Strategie sowie des bayerischen Klimaschutzprogramms und versteht sich als praxisorientierte Umsetzung der bayerischen Nachhaltigkeitsziele im Bildungsbereich. Es integriert zentrale BNE-Prinzipien wie Partizipation, Zukunftsorientierung und lebensweltliches Lernen in schulische Entwicklungsprozesse. Schulen werden durch ihre vorbildliche Bildungsarbeit Teil der Lösung und leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Bayern.
Das Zertifizierungsprogramm Klimaschule Bayern in den Stufen Bronze, Silber und Gold bietet die notwendigen Impulse, Hilfestellungen und Strukturen, um die nachfolgenden Ziele langfristig erreichen zu können:
Klimaschutz
Die Klimaschule Bayern setzt einen klaren Schwerpunkt auf Klimaschutz und die messbare Reduktion schulischer CO₂-Emissionen und unterscheidet sich dadurch von anderen Schulentwicklungsprogrammen. Dieser konkrete Handlungsanlass bietet einen Erfahrungsraum für Verantwortung und Selbstwirksamkeit. Klimaschutz wird dabei zum pädagogischen Lernfeld im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im Zentrum des handlungs- und kompetenzorientierten Verständnisses von BNE stehen der Aufbau von Kompetenzen wie Handlungskompetenz, systemisches Denken, Urteilskompetenz, Problemlösefähigkeit, demokratische Mitgestaltung.
Whole School Approach
Klimaschule Bayern beinhaltet einen Whole School Approach, der eine dauerhafte und systematische Schulentwicklung anstößt. Dazu sollte die Unterrichtsentwicklung von Beginn an in den Blick genommen und langfristig integriert werden.
Klimaschutz und Nachhaltigkeit werden nicht nur im Unterricht thematisiert, sondern prägen Lernprozesse, die schulische Organisation und Infrastruktur, Partizipationsstrukturen, Schulkultur und Zusammenarbeit. Die Schule ist Lern- und Lebensraum, in dem nachhaltige Entwicklung konkret erfahrbar wird. Die Schülerinnen und Schüler gestalten schulische Veränderungsprozesse aktiv mit, treffen Entscheidungen und erleben die Auswirkungen ihres Handelns. Die ganze Schulfamilie soll bei der Umsetzung des Klimaschutzplans einbezogen werden.
Generationengerechtigkeit
Das Programm Klimaschule Bayern basiert auf dem Grundsatz der Generationengerechtigkeit. Im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung übernehmen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für langfristige Folgen des eigenen Handelns, erkennen Zielkonflikte zwischen Gegenwart und Zukunft und reflektieren ihre Entscheidungen unter dem Aspekt der Fairness zwischen Generationen. Die Reduktion schulischer CO₂-Emissionen erhält vor diesem Hintergrund eine besondere Bedeutung: Sie steht exemplarisch für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen im Interesse heutiger und zukünftiger Generationen.
Globales Lernen
Bildung für nachhaltige Entwicklung ist untrennbar mit einer globalen Perspektive verbunden. Klimawandel, Ressourcenverbrauch und Umweltfolgen machen nicht an nationalen oder regionalen Grenzen halt. Die schulische CO₂-Bilanzierung dient dabei nicht nur der Datenerhebung, sondern als Ausgangspunkt für folgende Fragen: Welche Auswirkungen haben lokale Entscheidungen auf globale Zusammenhänge? Wie hängen Konsum, Energieverbrauch und weltweite Klimafolgen zusammen? Welche Verantwortung tragen wir als Teil einer globalen Gesellschaft? So wird CO₂-Reduktion zu einem pädagogischen Brückenthema, das lokale Handlungsmöglichkeiten mit globaler Verantwortung verbindet. Diese Zusammenhänge werden im Rahmen der Klimaschule pädagogisch aufgegriffen und altersgerecht reflektiert.